Die Darmspiegelung
Die Darm- spiegelung
Fragen und Antworten
Was passiert bei einer Darmspiegelung?
Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist die wichtigste medizinische Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs, aber auch, um zum Beispiel Blutungen oder ungewöhnliche Durchfälle abzuklären. Bei einer kompletten Koloskopie wird der Darm vom After bis zum Blinddarm untersucht. Dabei wird ein dünner Schlauch eingeführt, an dessen Ende eine Kamera ist (Endoskop). Die Bilder vom Inneren des Darms werden auf einen Bildschirm übertragen, und so können die Ärztinnen und Ärzte zentimeterweise die Darmschleimhaut auf etwaige Unregelmäßigkeiten überprüfen. Werden z. B. Polypen gefunden, können diese auch gleich abgetragen werden, denn neben der kleinen Kamera sind in dem Schlauch auch andere Werkzeuge enthalten.1,2
Das abgetragene Material wird später im Labor untersucht; bei einem unauffälligen Ergebnis ist die nächste Darmspiegelung normalerweise erst in 10 Jahren wieder fällig.1
Tut eine Darmspiegelung weh?
In der Regel ist die Untersuchung schmerzfrei, doch vielen ist es vielleicht unangenehm, alles bewusst mitzuerleben. Daher empfehlen die meisten Ärztinnen und Ärzte ein leichtes Beruhigungsmittel – damit „verschläft“ man den größten Teil der Untersuchung. Und auch für den Untersuchungsablauf kann es einfacher sein, wenn der Patient oder die Patientin keine unwillkürlichen Bewegungen macht. Aber Achtung: Autofahren ist danach erst einmal nicht möglich.
Wie funktioniert die Darmvorbereitung?
Damit bei der Untersuchung die Darmschleimhaut gründlich begutachtet werden kann, ist ein sauberer Darm unerlässlich. Dazu stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die sich hinsichtlich Geschmack (z. B. Limette) und Trinkvolumen unterscheiden können. Egal, welches Mittel man nimmt – wichtig ist, sich genau an die Einnahmeanleitung zu halten. Bei den gängisten Präparaten trinkt man zusätzlich zum eigentlichen Mittel noch 1 bis 2 Liter Wasser oder ähnliches – das ist wichtig, um den gewünschten Reinigungseffekt zu erzielen. In Ihrer Arztpraxis wird man Ihnen das alles genau erklären, möglicherweise erhalten Sie auch Informationsmaterial zum Nachlesen. Wenn Ihnen Clensia verordnet wurde, können Sie hier ein Video sehen, das Ihnen die Einnahme Schritt für Schritt erklärt.
Zu beachten ist ebenfalls, dass bereits ca. 3 Tage vor der Untersuchung keine körnerhaltigen Lebensmittel mehr gegessen werden sollten, z. B. Vollkornbrot, Müsli, Tomaten oder Erdbeeren. Auch faser- oder ballaststoffreiche Lebensmittel, z. B. Spargel oder Lauch, sind zu vermeiden.1 Gut geeignet sind dagegen schnell verdauliche Lebensmittel wie Bananen, Nudeln, Suppe, Weißbrot und Käse.
Bitte wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder an eine Apotheke, wenn Sie zur Darmvorbereitung Fragen haben.
Für wen kommt eine Darmkrebsvorsorge infrage?
Im Jahr 2002 wurde in Deutschland die Früherkennung von Darmkrebs in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.
Heute kann eine Vorsorgekoloskopie von Frauen und Männern ab 50 Jahren erstmalig in Anspruch genommen und ‒ sofern der Befund
unauffällig war ‒ frühestens nach Ablauf von 10 Jahren wiederholt werden. Seit 2019 werden Versicherte aktiv zur Teilnahme am
Screening eingeladen.2,3,4
Seit Einführung des Früherkennungsprogramms 2002 kam es in Deutschland zu einer Abnahme der Neuerkrankungen und Todesfälle an Darmkrebs um insgesamt mehr als 20 %.4 Allerdings: das Screening-Angebot wird bislang nur von etwa jedem fünften Berechtigen angenommen.4
Die wichtigsten Gründe (Indikationen) für eine Koloskopie sind:
1. Früherkennung von Darmkrebs(-Vorstufen)1-3,5-7
Die Koloskopie gilt als sehr zuverlässiges Verfahren, um Darmkrebs und dessen Vorstufen frühzeitig zu erkennen. Deshalb wird sie als Standardmethode im Rahmen des Darmkrebs-Screenings bei Gesunden ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen.
Die Früherkennung ist zudem wichtig bei Menschen jeden Alters, die ein erhöhtes Darmkrebsrisiko, zum Beispiel infolge genetischer Veranlagung, haben. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sind mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung kolorektaler Karzinome (CRC) verbunden.
2. Diagnostische Abklärung bei Symptomen1,5-7
Die Koloskopie ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren, um Beschwerden oder klinische Symptome, wie Blutungen/Blut im Stuhl oder klinisch bedeutsamen Durchfälle unklarer Ursache abzuklären. Insbesondere bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) werden auch Lokalisation und Ausdehnung des Befalls mittels Koloskopie erfasst.
3. Nachsorge1,5
Nicht zuletzt dient die Koloskopie auch der Nachsorge oder Verlaufskontrolle bei Patientinnen und Patienten, die von Darmkrebs oder einer anderen Darmerkrankung betroffen waren oder sind. Ziel ist hier in erster Linie, möglichst frühzeitig Rezidive (Wiederauftreten der Krankheit) oder Krankheitsschübe zu erkennen.
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Gebrauchsinformationen
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Referenzen
1 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Krebsinformationsdienst. Darmspiegelung. Verfügbar unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchungen-bei-krebs/darmspiegelung. Letzter Zugriff: 31.03.2025 | 2 Onkopedia Leitlinie Kolonkarzinom. Stand: Januar 2025. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/kolonkarzinom/@@guideline/html/index.html. Letzter Zugriff: 21.07.2025 | 3 Bundesgesundheitsministerium. Weil früher besser ist – die wichtigsten Fragen zur Darmkrebsvorsorge. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/frueherkennung-vorsorge/fragen-zur-darmkrebs-vorsorge.html. Letzter Zugriff: 13.06.2025 | 4 Jansen Lynen P. et al. Deutsches Ärztebl 2022; 45: A1959-A1965. | 5 Denzer U. et al. S2k-Leitlinie Qualitätsanforderungen in der gastrointestinalen Endoskopie. AWMF Register Nr. 021-022. Stand: 2015. | 6 Kucharzik T. et al. Z Gastroenterol 2024; 62:769-858. | 7 Sturm A. et al. Z Gastroenterol 2024; 62:1229-1318. | 8 Rex D. K. et al. Gastrointest Endosc.2006;63(4):16–28.